Aufstieg zu den Torres

Am zweiten Tag haben wir uns den Aufstieg zu den Torres del Paine vorgenommen. Hin und zurück dauert dieser ca. 8 Stunden mit 9 km und ca. 900 Höhenmetern. Auf dem Weg zu dem trail kamen wir an einem Salzsee vorbei, in dessen klaren Wasser sich das Gebirge mit den Türmen wunderschön spiegelte.

torres
Salzsee und Torres del Paine

Am Startpunkt des Aufstiegs angekommen wollte ich nur mein Weitwinkelobjektiv für die Landschaft mitnehmen, aber kurz vor dem Losmarschieren entschied ich mich doch noch meine Zweitkamera und das schwere Teleobjektiv mitzuschleppen. Schließlich nahm ich also fast meine komplette Fotoausrüstung mit… – Und das hab ich ganz schnell verflucht.

Beim ersten Teil des Aufstiegs
Beim ersten Teil des Aufstiegs

Der Aufstieg fing nämlich schon ziemlich steil an und der ganze Fotokram hat es nicht gerade besser gemacht – im Gegenteil. Während meine Freunde Raphael und Markus, die auch mit mir auf dem Forschungsschiff waren,  ein strammes Tempo vorlegten, hängte ich ziemlich hinterher. Keuchend verfluchte ich jede Fahrstuhlbenutzung der letzten zwei Monate auf dem Schiff. Und dann war der erste Teil auch noch komplett frei von Tieren, kein einziger Vogel! Das heißt das ganze Geschleppe hatte sich noch gar nicht gelohnt… Ich hatte mich schon geärgert, es überhaupt mitgenommen zu haben.

Flusslandschaft während der Wanderung
Flusslandschaft während der Wanderung

Nach dem ersten steilen Teil wurde es dann etwas ebener und es ging durch grüne Wälder und über malerische Flüsse. Man hab ich Wälder vermisst! Nach zwei Wochen nur Wasser und Eis freut man sich tierig auf was Grünes 🙂

Nach dem Waldstück ging dann der finale Aufstieg los. Dieser ging fast nur über Steine bzw. Felsbrocken und war wieder ziemlich steil. Hier hat mir Markus zum Glück einen großen Teil meines Gepäcks abgenommen. Selbst mit erleichtertem Gepäck war der Aufstieg immer noch extrem anstrengend und ich hab die Paine der Torres richtig gespürt – vor allem in den Beinen. Aber als das Ziel in Sicht kam, war man wieder voller Energie und das letzte Stück war schnell geschafft.

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Junger Andenschakal
Junger Andenschakal

Oben angekommen wurde ich erstmal von einem jungen Andenschakal begrüßt. Dieser war überhaupt nicht scheu und ließ mich so nah ran, ich hätte ihn fast streicheln können. Endlich kam auch mal das Telezoomobjektiv zum Einsatz. Hatte sich die Schlepperei also doch gelohnt!

Gipfel Torres del Paine
Gipfel Torres del Paine

Neben dem Andenschakal wartete natürlich noch etwas anderes auf mich und zwar das eigentliche Ziel: die Torres del Paine. Man kommt da oben komplett fertig an und sieht dann diese faszinierenden Gipfelformen, die sich dann noch in einem grün schimmernden See spiegeln. Einfach mega geiles Gefühl! Ein wirklich gelungener Tag mit einem geilen Erfolgserlebnis. Macht auf jeden Fall Lust auf mehr!!

Als wir wieder am Auto angekommen waren, war es schon dunkel und wir sind nach einem wohlverdienten Abendessen wieder zurückgefahren. Zu unserem Glück hatten sich die meisten Wolken schon verzogen und gaben den Blick auf die Sterne frei. Also haben wir wieder an dem Salzsee gehalten, um uns in Ruhe die Sterne anzuschauen.

Sternenhimmel über dem Salzsee
Sternenhimmel über dem Salzsee

Ich glaub, ich hab noch nie so viele Sterne gesehen! Da wir noch im Park waren, war so ziemlich keine Luftverschmutzung vorhanden und man konnte einfach so viel sehen. Auch die Milchstraße habe ich noch nie zuvor so schön sehen können. Und dann noch mit dem Gebirge mit See im Vordergrund.. Einfach herrlich! So kann ein Tag zu Ende gehen. Ja so lässts sich leben!

Pascal Karitter Verfasst von:

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